[ read online Textbooks ] Die Wiederholung (Bibliothek Suhrkamp)Autor Peter Handke – Papercuts.co

Peter Handkes Episches Werk, Bei Dem Die Musen Nicht Am Anfang, Sondern Am Ende Angerufen Werden, Ist Erz Hlung Und Gleichzeitig Erforschung Der Erz Hlung, Deren Entstehung Und Bedeutung Auf Der Suche Nach Seinem Verschollenen Bruder Wird Filip Kobal Deutlich, Da Er Den Bruder Letztlich Gar Nicht Finden, Sondern Ihn Aus Dem Undeutlichen Seines Schicksals Herausfinden, Ihn Erz Hlen Will Peter Handkes Wiederholung Ist Kein Sich Wiederholen, Sondern Ein Sich Wieder Holen, Einen Neuen Anfang Machen Wiederholen Hei T Nicht Es War Einmal , Sondern Fang An man sollte sich also eventuell vor einer berdosis Handke h ten, denn DIE WIEDERHOLUNG breitet tats chlich alles Essentielle seiner immer wiederkehrenden Sprache schafft Wirklichkeit Thematik sowie seinen seit zwanzig Jahren eingeschliffenen Stil aus damals noch frisch, heute angeblich ziemlich eingetrocknet und formlos geworden Aber es gibt kaum einen Roman von ihm, der so konventionell w re was bei diesem Autor durchaus erfrischend wirken kann , und zwar im Hinblick vor allem auf das erste Kapitel Das blinde Fenster , auf die Familien und Schulgeschichten, die sich wie entfernte Nachfahren von Hesse Unterm Rad ausnehmen.Im weiteren erz hlt das Buch vom Weg des Zwanzigj hrigen nach Slowenien, gleichzeitig sein Weg als werdender Erz hler und auch sein Weg zur Selbstfindung, wenn dieses Wort nun nicht schon so abgestumpft w re Eine fast religi se Weihe bestimmt weite Teile der Geschichte und vor allem das letzte Kapitel, das von der Karstwanderung und der Heimkehr erz hlt, ist ein absolutes Meisterwerk Da sitzt man in einer langweiligen Mathestunde, liest diesen Text und erf hrt irgendwie die Ruhe selbst, die im Leser Wurzeln schl gt, wenn er nur den Boden bereitet. DIE WIEDERHOLUNG ist ein so poetisches, dicht verwobenes Vorhaben, dass mein Versuch, es in einigen S tzen abzuhandeln, nur zu kurz greifen und missraten kann.Filip Kobal, so der Name des Protagonisten und Ich Erz hlers, reist als Heranwachsender nach der Schule ohne nennenswertes Gep ck alleine durch Slowenien, um dort zu sich und seinen Wurzeln zu finden Wegbegleiter sind dem jungen Mann, der sich und vor allem der Welt fremd ist, ein Buch ber Obstg rten, das sein verschollener Bruder einst geschrieben hat, und ein Lexikon der slowenischen Sprache.Landschaft erfahren als einen Ort, den ich, so lange wie m glich, immer wiedersehen will, um nicht zu vergessen, da ich die Welt werden kann und mir selber wie dieser das auch schuldig bin so lautet der hohe Anspruch.Und in Bezug auf die Sprache D er einzige wirksame Vorfahr, das wei ich, ist der Satz, welcher dem, an dem ich gerade bin, vorausging.Man darf wohl von einer Psychogeographie sprechen, der Suche des Dichters nach der ihm gem en Landschaft, mit der in einen intensiven Dialog tritt hnlich wie die Erinnerungen von Prousts Marcel zeichnen sich die von Handkes Filip Kobal der in manchem biografische Gemeinsamkeiten mit seinem Autoren aufweist dadurch aus, dass enorm genau hingesehen und die Sprache zu gr tm glicher Genauigkeit gezwungen wird.Ein H chstma an Sensibilit t, in deren Zentrum allerdings immer nur der Erz hler steht, der Erz hler alleine Und so sehr die Sprache auch beeindruckt, als Leser habe ich mich insbesondere im dritten und letzten Teil des Buches doch ein St ck weit au en vor gef hlt, als ungeladener Besucher, fast als VoyeurDIE WIEDERHOLUNG ist die Axt sein f r das gefrorene Meer in Kobal Handke, aber nicht so ganz die f r das in mir.3,5 Sterne Ich muss nur die Feder f hren Der Roman oder die Erz hlung m ssen sich von selbst entwickeln So hnlich formulierte es Mark Twain im zweiten Band seiner Autobiographie vor 100 Jahren, lie uns aber erst jetzt an dieser, seiner Erkenntnis teilhaben.Peter Handke hat an sein Schreiben denselben Anspruch gestellt, es jedoch hier nicht so richtig geschafft Diese Konzeption blieb hierbei Utopie So weit konnte sich Handke trotz des Icherz hlers nicht zur cknehmen.In seiner Erz hlung ber den zwanzigj hrigen Filip Kobal, der von K rnten nach Slowenien geht, auf der Suche nach Spuren seines Bruders und dabei versucht, sich selbst zu finden, erscheint der literarische Stoff so weltabgewandt, gleichwohl poetisch Die R ckbesinnung und Trauerarbeit lassen den Gedanken nach Bewahrens wertem aufkommen, nach den historischen Erfahrungen zweier gro er Kriege in Europa und dem Schnitt durch die europ ische Welt, der auch ber den Balkan ging, auch in dieser Form ein Ansatz, nicht das gro e Weltgeschehen literarisch zu bearbeiten sondern ber Reflexion und Empfindung zu einem humanen Antlitz der Gesellschaft zu gelangen Absolut lesenswert, trotz der M he, die es bereitet.